Mutter

Wie oft schon sah ich dich am Himmel strahlen, fein deine Züge, wie auch dein Lächeln über mir und deine Augen wiesen mir den Weg, vorauszugehen mit unbekümmertem Herzen, darauf zu schauen, wie erhaben sich das große Ganze gibt.

Wie Mutter du bist, hast mich aufgezogen, verwandelt, nicht fallen gelassen und als du im Sterben lagst, hast du so tapfer dein Leid ertragen und deine Zweifel, die stets großgeschrieben waren, nie Anderen übertragen.

Und als du des Lebens vom Krebs zerfressen unendlich müde warst, fehlte ich schluchzend in voller Fahrt an deiner Seite und wollt’ dich doch begleiten beim Hinübergehen.

Und du? So wahr du meine Mutter bist, gehst jetzt an meiner Seite, durch ferne Wälder, über Wiesen, entlang der Buchten und Seen und lehrst mich, du Strahlende, dass ich den Tod nicht fürchten muss.

Über den Autor

Lebensringer

Mal Dichter, mal Denker, mal Marketingfuzzi, der am liebsten als radelnder "Lost Boy" auf Abenteuerreisen geht.

"Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang."

[Rainer Maria Rilke]

1 Kommentar

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  • Wie alles begann!

    Wundersam im Anfang der Vereinigung
    aus der Mitte deiner selbst erwachsen
    auf früher Fahrt durch deine Gewässer
    trunken, blind und stumm
    bist du ich und ich bin du
    zweisam in der Quelle der Natur.
    Deine Hände legst du schützend über unser Werk
    und zauberhaft wohnt bei
    ein Vater, der dich in seinen Armen hält.

Von Lebensringer

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