An eine Unbekannte

Aus Sprachlosigkeit geboren,
ein Augenblick in wankelmütiger Umarmung,
zuwiderläuft dem kalten Ort,
an dem sich uns der Iris Farben spiegeln.

Kaum gerinnt die Zeit –
die Dauer,
trifft Blick auf Blick,
wir lassen Schatten sprechen.

Und zögerlich und stumm,
wir sitzen, tasten, fragen
schweigend zu dem Anderen hin:

Ist es die Furcht, die uns erblassen lässt –
das Welken der Magnolien?

Über den Autor

Lebensringer
Lebensringer

Mal Dichter, mal Denker, mal Marketingfuzzi, der am liebsten als radelnder "Lost Boy" auf Abenteuerreisen geht.

"Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang."

[Rainer Maria Rilke]

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