An Dich

Auf den hohen Hügeln liegt noch etwas Schnee,
doch in den Tälern blühen Schneeglöckchen
und Knospen springen an den Zweigen hervor.

Nur Schmetterlinge fliegen keine,
weil sie alle, nur Deinetwegen,
alle in meinem Bauch flattern!

Gerne möchte ich Dir so vieles,
vieles sagen, vieles fragen,
möchte mit Dir Zeit erleben,
Dich berühren und Dein Lachen spüren.

Aber meist verbieten Sätze mir,
wie „in Besprechung“ oder „Nicht stören!“,
dass ich an Deine Türe klopfe.

So warte ich den ganzen Tag,
dass Du mir schreibst ein liebes Wort;
aber einer vergeht, wieder andere…
nur Schmetterlinge tanzen Deinen Namen.

Stumm suche ich Deine Nähe.
Vielleicht kreuzen sich unsere Wege
im flatternden Licht der Liebe?

Es flüstert der Wind im Rosenbusch sein Lied.
„Nichts ist hoffnungslos, solange man liebt!“
… Doch bald …, wenn der Frühling Blumen
in leuchtenden Farben auf die Erde zaubert,

werde ich mein schweres Herz lenken,
Dich Dulcinea del Toboso taufen und
den Schmetterlingen die Freiheit schenken.

Un ver voulait boire un verre

Penché sur un pommier
dans une pomme bien verte
a habité un ver,
qui voulait boire un verre,
pour se remémorer de la mer.

Mais est-ce que c’est sûr,
que le ver était de la mer?
Son royaume est la pomme sure
penché sur un pommier bien sûr
dont est-t-il farceur de sa terre?

„C’est cruellement nécessaire“
a postulé le ver au bord de la mer
„d’avoir des bonnes mémoires
pour ne pas perdre l’espoir!“
Un ver avec un verre bien tôt:
se non è vero, è ben trovato.

Offline

offline

Nicht weit vom Wasser steht mit grüner Türe
die alte Hütte weiss bemalt, das Holz quer geschalt,
wie der Brauch hier im Norden für das Haus.

Die Wälder spiegeln sich im Fjord so seelenruhig;
eine Landschaft, die unserer Zeit entsagt,
nur der Morgennebel ist flüchtig, wie die Menschen.

(Sag,)
könntest Du mir Heimat sein einen Sommer lang?

Mit Salzwasser wasche ich meine Seele,
hänge sie zum Trocknen auf die Äste der Esche;
wandre auf Pfaden, auf denen sonst nur das Wild geht;

folge der Spur, die nach Vergangenheit führt.
Diese Wege sind weit, doch das Licht erlöscht nicht
und wenn, nur für kurze Zeit nach Mitternacht.

Gib mir Geduld, Mutter Natur, hab auf mich acht,
dass ich erneut die Worte einsammle
und sie forme und baue zu Tasse und Tisch,

Brot und Ruderboot, Hütte und Heimat, Lieb und Leid
zu Freude und Fantasie, Geist und Gesang,
dass sich darin zeige, wofür Leben sich lohnt.

Requiem

(In Memoriam Ilse)

Zähl´ keine Stunde mehr!
Die erste Rose schenkt` ich Dir
Rot, vor bald einem Vierteljahrhindert.
Wofür noch zählen die Zeit?

(eher)

Womit denn tragen die Trauer?
Du Schmerzvolle, Allgegenwärtige!
Ich zähl` keine Stunden mehr.
Sie zählen sich von selbst.

Wie Tropfen von Tränen
in Deinen wasserblauen Augen,
oder gar Türkis mit einem Tupfen Weiß.
Ich sah sie fröhlich,

Ich sah sie traurig,
sah sie liebend, jeden Tag…
Jeden Tag, der doch wurde
zu einem Vierteljahrhundert.

Ich lege Orchideenworte leise
auf deinen langen Rosenschlaf
und füge mich, vielleicht gar weise
dem Schicksal, das in Allem wohnt.

Du bist nicht wirklich fern.
Du bist bei mir. Denn sieh!
Auch heute ist eine Rose Dein,
Rot, und auch in Zukunft wird´s so sein.