Drei Gleiche

Es laufen die verwunschenen Träume auf Meilenstiefeln durchs Labyrinth in Jedermanns-Stadt. Zu eng gedrängt der Kopf zwischen Mauern, Bildern und dem Bauch, den man sich füllen muss. So reagiert‘s im Reich des Überfluss, schafft Spaß-Gesellen-Leid und treibt entgegen allen guten Wünschen der eignen Selbstverzerrung bei. Und niemand pocht aufs Träumen wohl, das Laufen zu erlernen.


Zölibat des Lebens auferlegt im Dunst gebrochener Gedanken, vergrößert im Aug des Herren Angst, zur Dankbarkeit getrieben, im Zögern, Hadern, das doch nichts passiert, was Begehren schürt, so die Lust im Bett der Ewigkeit zu liegen und die Freiheit, den Moment zu lieben.


Was rätst du mir, du, der du aus sicherer Entfernung meine Frage hörst, jetzt, wo die Bohlen der verinnerten Zeit längst gebrochen sind und der Gedanke keine Obhut mehr erfährt. Sag es mir, der du schluckst und deine Augen zu Boden senkst, du schamentbranntes Tier, du Zweigesicht, sag mir, weshalb du Mitleid hast?

Who will be next?

Blinkend die Verstörer,
greif zu,
gib dem Teddy eine Chance.
Die Hunde rennen brav, so räudig,
Wetten steht heut‘ hoch im Kurs,
und im Hirn brät die Karte Meter hoch.
Wohin jetzt?
Ach, du Mensch, du Tier,
„Hallo!“, das ist tot.
Die Straße diagonal gekreuzt,
das Flackern, die Flecken,
Rauch zieht auf.
Die Jäger haben das Wild gelegt,
blutig quillt Innerstes auf verklebten Asphalt,
Hirnkadaver serviert.
„Nächster, bitte!“,
dröhnt es aus den Monsterärschen dieser Welt.

Quelle: Welcome to Tasmania, the roadkill capital of the world

Treibholz

Wellen schlagen hart aufs Land,
tosend die See sitzt zu Gericht,
was trieb sei zum Ufer gereicht,
ergraute Trümmer,
Scheite, Splitter, Äste,
krepiert im feinen Sand,
Tote nach letztem Gefecht.

Gib Ihnen ein Menschenbild.

Getrieben sind auch wir,
haben Schiffe gebaut,
an sichere Häfen geglaubt,
uns im Navigieren geübt,
die Freiheit der Wahl zelebriert
und sind doch allzu oft gestrandet,
über geschichtete Wellen gebrochen.

Sieh‘ da,
die Knochen, Stummel, Stumpfe,
unverbesserlich,
die Spuren im Sand,
fürs große Spiel geopfert,
gemartert von Macht und Gier.

Ein Vogel singt vom Mast hinab:
Gib‘ acht, die Meere werden rauer.

 

Tubby’s Corner

Gemurmel,
what da fuck,
bar der Tag,
lachst Fanfaren,
geplätterter Körper
zerlegt in lyncher Couch,
das TAS keno gewinnt,
too bad,
vom head to tail,
rülpst es laut den Raum hinab,
no, yesterday,
yeah man,
lieber nicht,
pump it up,
mit HEADMASTER bitte,
das Bild fehlt,
die Tür ist geöffnet,
Rauschen,
wohin das Ohr lauscht,
fishin‘ gehen,
was für ein Affront,
bullshit,
jauchzt es,
now check it,
nur was,
police sayn‘,
legalize it,
was nice to meet you,
mein Name ist Paul
mit dem Alpaca,
see ya,
ist abverkauft,
we are still workin‘ on that,
anyway.

Pyengana

Vom Meer hinauf die Berge
mühsam die Straßen westwärts erklimmen.
Blühend der Wegesrand und Farne
ruft der Regenwald dies Tal hinab.
Ein neues Landbild entstanden,
abgedruckt im reisenden Auge,
dies Delta sei umarmt:
Neugierig grasen Kuhherden,
schmackhaft die grünen Weiden,
gewölbt der dunkle Rücken im Sonnenlicht
und über allem thront Mt. Victoria,
welch‘ sanfter Sieg der Natur,
ein Menschenkind zu Frieden.

Nicht vergessen

​Fällt Zauber Dir ins Herz
und spielen die Gefährten
in den fremden Wipfeln freudig auf.
Weist das Leuchten gelber Gräser,
das Funkeln des Tasmanischen Meers,
der Rücken dieses wilden Bergs
Dir den Weg.
Und bist du unter der Mittagssonne
schwerbeladen ganz Muskelkraft,
am Abend tief gebeugt über Essen
und dem Blatt Papier.

Was willst du mehr?

Erinnere Dich der vielen freundlichen Gesichter,
der Worte der Hilfe, der Warnung, der Zuversicht.
Denk‘ an die großartigen Gespräche
mit Menschen aus aller Welt.
Welch‘ ein Frieden in diesem Leben liegt.

Was durftest Du mehr erhoffen?
Warum so dürr und karg?
Woher der Mangel,
der dich unruhig dursten lässt?

Es ist Tag,
verloren schweift der Blick des Rastsuchenden nach Schatten,
heut‘ ruhen,
wissend,
dass er Sie vermisst.