Requiem

(In Memoriam Ilse)

Zähl´ keine Stunde mehr!
Die erste Rose schenkt` ich Dir
Rot, vor bald einem Vierteljahrhindert.
Wofür noch zählen die Zeit?

(eher)

Womit denn tragen die Trauer?
Du Schmerzvolle, Allgegenwärtige!
Ich zähl` keine Stunden mehr.
Sie zählen sich von selbst.

Wie Tropfen von Tränen
in Deinen wasserblauen Augen,
oder gar Türkis mit einem Tupfen Weiß.
Ich sah sie fröhlich,

Ich sah sie traurig,
sah sie liebend, jeden Tag…
Jeden Tag, der doch wurde
zu einem Vierteljahrhundert.

Ich lege Orchideenworte leise
auf deinen langen Rosenschlaf
und füge mich, vielleicht gar weise
dem Schicksal, das in Allem wohnt.

Du bist nicht wirklich fern.
Du bist bei mir. Denn sieh!
Auch heute ist eine Rose Dein,
Rot, und auch in Zukunft wird´s so sein.