Metamorphose

Vergib dem Namen seine Schuld
und streiche über dies Gewand aus zarter Seide.
Es sei dein, wenn du sprichst verdunkelt,
wenn dein Sehnen, die blutende Wunde,
dir deine Seele gekeltert hat.
Du weißt,
wie Träume auf deinen Lippen brennen,
wie die Knospe deinen Leib erweckt
und wenn du glühst, du wandelnder Stern,
bist du der Schweif der Schatten lang.
Du liebst das Blattgrün und die Nacht,
lässt blühend deine Fantasien entlaufen
und bist ganz die Wurzel deiner Saat,
ein Keim der Lust verpuppt ins Raupenkleid.
Ich nehme es dir ab, entkleide dich,
wartend der Unendlichkeit,
durstend nach dem Flügelstaub,
der mich verzaubert, trunken macht.
Sieh die Verwandlung:
vom Hauch des Morgentaus beflügelt,
flatterst du,
erwachtes Antlitz,
ins Herzen einer neuen Welt.

Goldschürfer im Coromandel

Des Nachts entblößt auf feuchter Wiese,
die Füße feurig vom langen Tag,
umkreist der Blick die Himmelsbahnen
und weiß doch kaum fortan zu ahnen,
welch‘ Sternenglück den Atem raubt.

So ist sich selbst der stärkste Mann zu schwach,
zu tragen dieses Himmelsdach
doch kindlich gar will greifen er,
wie Licht zu Licht und wahr,
er macht es gar.

Und als er glaubt zu fassen,
den Sternenstaub zu Händen,
im Coromandel einst erzählt,
ward Staub zu Gold gemacht.