Getan das Tagwerk.
Die Ernte ist gesammelt,
frisch und gepresst alle Äpfel.
In durst’gen Kehlen rinnt
aus festen Händen süßer Most
und wiegt milden Sinns diesen Tag.
Über dunklen Hügeln
und überm Tannenhorizont
golden bemalt von der Sonne Licht
Und unter freiem Himmel
für Gotteslohn erkennst Du
unter prasselnden Äpfeln Dich selbst!
Schattendesign
Ich bin der Sturm, der durch die Bäume fegt,
dass unter meiner Wucht selbst große Äste brechen.
Ich schaffe Platz, ich räume alles aus dem Weg,
besonders die Zweiglein, die mich stechen.
Und gebe selbst dem Schatten einen neuen Look.
Am Schluss gefällt er den Kindern zum Klettern sehr,
Es klettern selbst die Kleinen mit „Zah’luck“,
hier gilt gleich zweimal das: „Weniger ist mehr!“
Süßer Herbst
Meine Lieblingspflanze lässt ihre Kleider fallen. Ich liebe ihr gelbes Kleid mit roten Spitzen und mit nichts darunter, als ihrer süssen, braunen Haut. Sie lässt es langsam zu Boden sinken – und auch die Sonne geht hinter den Hügeln unter – verführerisch. Ihre schlanken Formen zeigen sich schwarz-weiß; ich zeichne sie mit den Händen nach, greife nach ihren üppigen Früchten, beisse in sie...
Das Mittagessen
Draußen liegt Schnee, auf dem grünen Klee, wie es recht kommt heut, in der Winterzeit. Puderzucker liegt nicht nur auf Dächern weit, den Wiesen, den Tannen, Sträuchern und Buchen, sondern auch auf frischgeback‘nen Pfannkuchen. Dazu schmeckt noch, empor aus Kellern gebracht, die selbstgepflückten Äpfel zu Apfelmus gemacht. Der Duft nach voller Frucht und Zimt liegt in der Luft. Es schmeckt nach...
Herbst oder die Liebe zu Moll
Nun schläft dein Herz, der Kreislauf kommt zur Ruh‘, es bleibt ein kalter dumpfer Schmerz, Du winkst den Abschied aus der Ferne zu. Lass mich Dich noch einmal ganz fest drücken, mein Herz fühlt sich so leer und wund, möchte Dir noch eine Blume pflücken von bald verschneitem Grund. Doch verblüht sind schon die roten Rosen, die grüne Pfefferminze liegt so welk, verblüht auch die milden...
Apfellese
Ich lese in des Baumes Schatten,
Seite um Seite eines Buches,
wie Äpfel ein in meinen Gratten:
Wahr Mensch zu sein, versuch’ es!