Ist es der Stuhl,
der Tisch,
das Zögern über dem leeren Blatt Papier –
sind es Worte nur?
Zeichen für Zeichen im Schwellenland,
das Bild im Sand?
Sedimente längst vergangner Tage,
verschwommen, verwischt –
wer spricht?
Du,
sprichst du?
Du,
der du auf anderen Spuren,
in anderen Zeiten,
in die Ewigkeit gebrochen bist?
Die Kräh‘ II.
An einem blauen Tag und Sonnenschein, nicht weit vom Kirchturm und im Herbst, da fliegt vergnügt ein kleines Krähelein. Der Wetterhahn, der kräht sie an: „Ah er! Pssst!“ Die Kräh in ihrem leichtsinnigen Wahn, lässt sich auch gleich entzücken, sie steigt hinauf und landet auf‘m Wetterhahn und krallt die Krallen in seinen Rücken. „Was bilde er sich denn wohl ein!“ Und wetzt an Ihm den...
Apfel des Anstosses
Ein bloßer Apfel hängt am Baum, und eine Kräh fliegt dran vorüber, er wäre Wert der Rede kaum, doch eine Zweite erzürnt die Gemüter. Sie fliegt hinunter auf den Ast, die Erste hat dies mitbekommen und wendet ihren Flug mit Hast, will nun auch ein Stück vom Pomme. Am Apfel doch da pickt – oh weh, – jetzt fest mit Flügeln schlagen -, schon diese zweite freche Kräh, und...
Einsame Krähe
Die Kräh`, die Kräh`, die kräht und schreit
und hält nicht nie den Schnabel;
„Niemand da der mit mir streit´!“,
schimpft sie auf einem Starkstromkabel.
Inverse Erbaulichkeit
Herbstzeitfroh der Tod,
der Nebel in den Morgenstunden reinigt die Atemwege vom alten Staub.
Wie klar doch die Verschwendung ist,
Samen, die keinen Erntedank erfahren,
Knospen, die sich in Schönheit blättern
und dennoch fiebernd in ein Nichts zerfallen.
Die Anmut der Entfaltung ist wie ein unerhörter Schrei nach Dauer.
Und die Eisblume hüllt sich in Schweigen.
Augenblick
Eine äußerst attraktive Frau fragte mich einmal, wir kannten uns gerade ein paar Wochen, „wieso schaust Du mir nie fest in die Augen?“ Dabei schaute sie mir natürlich fest in die Augen, dass ich meinen Blick abwandte, kurz überlegte und zurückgab: Es sind hauptsächlich zwei Befürchtungen damit verbunden. Die erste ist, wenn ich...