Habe ich nach dir verlangt, oder eine Einladung geschickt in meiner Abwesenheit von Daheim? Als ich Abens nach Hause kam, saßt du einfach da, im Polstersessel, in meinem und machtest´s dir bequem. Müde und hungrig war ich vom langen Tag und auch genervt, dass ich beschloss, Dich nicht zu sehen. Später, tief in der Nacht bat ich schlaftrunken Dich zu gehen. Sie sagte, sie wohnt ab jetzt bei mir...
Trinkspruch
Der Horizont ist eingerissen, wie alte, blaue Tapeten, dahinter hat sich kein Gott versteckt, sondern ein Stigma von Eden. Einmal den Lichtkreis betreten, herrscht zweimal Dunkelheit. Ins nackte Fleisch hat sich gegeben, dieses Leiden von Gläubigkeit. Nein-Sagen hab ich gelernt und Zweifeln noch viel mehr, ich halte fest an leerer Hand und tauche ein ins rote Meer. Wissen wir Zukunft zu sein...
Regen
Seit Tagen regnet es schon vom grauen grauen Himmel, dass die Laune verdirbt, der ‚bonne humeur’ ausbleibt. Kalt trommeln die Tropfen an das dürstende Gemüt, dürstend nach Sonnenschein und freundlicheren Tagen. Der Horizont liegt blass, verwunschen ist die Zeit, erwachsen aus dem Mangel, einer tiefen Sehnsucht. Nass und feucht sitzt das Haus, der Heimat verschwimmt das Weh, in den Schächten wie...
Abschied
Gebahnter Weg,
im Zeiten Ursprung,
heißt es
Abschied nehmen,
von dem Ort
an dem
die Vergangenheit noch einst die Gegenwart gewesen.
Und hier
und jetzt
kalte Tränen
fallen auf heißen Stein;
im Abschied nehmen
seufzt ein letztes Sehnen,
wenn der Blick schweift,
um die Erinnerungen zu verkleben.
Sei getrost,
betrautes Herz,
ein neuer Weg steht offen,
Abschied nehmen:
Hörst du nicht das Raunen?
Heimweg
Weit gespannte Schatten gelegt auf den grünenden Grund, versöhnt die verweilende Zeit … im Abendlicht, den sehnsuchtsvollen Wanderer mit der nahenden Nacht. Zur Ruhe gefunden im Blicke der Welt; in den Gräsern versunken auf dem glühenden Feld. Im Auge erschlossen zur rauschenden Flut; auf den Wellen geflossen in die erlöschende Glut. Lang, lang waltendes Licht Strom des vergehenden Tags...
Sein
Nachts brennt ein Stern in mir,
schießt durch dunkle Wolken
einen Strahl flimmernde Stille ab.
In mir schweigt die Ferne
einen Traum aus blauem Glück.