An Dich

Auf den hohen Hügeln liegt noch etwas Schnee,
doch in den Tälern blühen Schneeglöckchen
und Knospen springen an den Zweigen hervor.

Nur Schmetterlinge fliegen keine,
weil sie alle, nur Deinetwegen,
alle in meinem Bauch flattern!

Gerne möchte ich Dir so vieles,
vieles sagen, vieles fragen,
möchte mit Dir Zeit erleben,
Dich berühren und Dein Lachen spüren.

Aber meist verbieten Sätze mir,
wie „in Besprechung“ oder „Nicht stören!“,
dass ich an Deine Türe klopfe.

So warte ich den ganzen Tag,
dass Du mir schreibst ein liebes Wort;
aber einer vergeht, wieder andere…
nur Schmetterlinge tanzen Deinen Namen.

Stumm suche ich Deine Nähe.
Vielleicht kreuzen sich unsere Wege
im flatternden Licht der Liebe?

Es flüstert der Wind im Rosenbusch sein Lied.
„Nichts ist hoffnungslos, solange man liebt!“
… Doch bald …, wenn der Frühling Blumen
in leuchtenden Farben auf die Erde zaubert,

werde ich mein schweres Herz lenken,
Dich Dulcinea del Toboso taufen und
den Schmetterlingen die Freiheit schenken.

Späte Erkenntnis eines Esels

Ein Esel steht im Sonnenschein

im Frühling, nach dem kalten Winter,

er döst mit trägen Äugelein,

ein Traum schwebt bald dahinter.

 

Er sieht ein Langohr auf der Weide,

die Sonne krault sein graues Fell,

<Komisch!> denkt er, mir kommt dies Kleide

so bekannt vor, wie ein Model …

 

Da weiss er’s plötzlich: von sich selbst!

<Potz-Blitz> I-A-t er laut und heiser,

dass Du Gedanke zu mir fällst,

macht mich um vieles, vieles weiser!

 

Denn es ist nur ein kleiner Hauf‘,

der wohl weiß ein Esel zu sein,

das muss sogleich ich schreiben auf,

im Frühling, im Sonnenschein.

 

Esel, die schreiben sind selten,

der Buchstabe, da drückte der Schuh

und die, die es lesen können schelten,

denn der wahre Esel, der bist Du!