Die Herberge zur Vernunft

In drei Welten verfangen,
ein Vater weist sein Kind zurecht,
die Nabelschau gekreuzigter Seelen,
liebend, hoffend, unverstanden,
gerichtet der Blick zur Uhr,
diese Leiter empor,
rastlose Fragmente zu Fußspuren geklaubt,
ein Bluff auf halbem Wege:
Im Haushalten der Kräfte ein Lagerfeuer der Einsicht,
bar die Hand zur Einkehr,
dass sich der Grund selbst nicht versteht.

Ritual des Neuanfangs

Er war zu weit hinaus geschwommen, hatte sich verkalkuliert, seine Kräfte falsch bemessen. Manche mögen ihm Versagen oder gar Übermut vorwerfen, letztlich müsste aber jeder Mensch, der ein wenig Anstand vor diesem Toten hat, zugeben: es war das Ritual, das misslang. Und wer hatte seine Schreie, die anfangs noch mit dem Rauschen der Fluten ans Ufer gespült wurden, gehört? Wer hatte das Feuer bemerkt, das von ihm Besitz ergriff und ihn mit der Idee besetzte, durch ein nächtliches Schwimmen hinaus bis zum Horizont und wieder zurück, ein neuer Mensch zu werden? Beides, die Schreie und das Feuer, erloschen noch in derselben Nacht. Allein seine auf der Erde verstreute Kleidung regte tags drauf die allgemeine Aufmerksamkeit. Wem gehörte sie? Niemand meldete sich zu Wort und niemand verstand dieses sprachlose Zeugnis, seinen Entschluss, Mut für bare Münze zu halten, denn als außerordentliches Zeichen in der Ordnung dieses Rituals war seine Kleidung der einzige Teilnehmer an der Schwelle zur Initiation gewesen, ihr Ablegen kündete von dem Moment seines Hinübertretens: zuerst seine Schuhe, sie standen bei der Feuerstelle, darauf in zwei Metern seine Hose und schließlich am Scheidepunkt, mitten im Meeresschaum, sein Hemd. Von dort an verschwanden seine Spuren und der Rest ist in den Gefilden grundloser Dunkelheit reine Spekulation. Aber spekulieren wir ruhig in Anbetracht der Situation, dass er sich selbst verspekuliert hatte, malen wir aus und wir sehen, dass der Mann im Mond ihm keinen Weg zurückwies – zu fad war der nächtliche Himmel unter Wolken gehüllt. Und fühlen wir uns hinein, Wellen können wie Faustschläge sein, die nichts anderes bezwecken, als ihren Widersacher zu Boden zu strecken. Und man stelle sich vor, mit müden Beinen im Wasser zu strampeln und nicht zu wissen, wohin man schwimmen soll – derjenige wird erschöpft einräumen: es kommt die Welle und diese reißt einen dann hinunter, bis die Luft des letzten Atemzugs vom stimmenlosen Ende verschluckt wird.

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wäre ich auch von einem guten Jobangebot

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Poet, Literat, Schriftsteller, Redakteur, Journalist,

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Eine Liebeserklärung für Dummköpfe

Wohin mit den Worten, die ich finde, um meine Liebe zu gebären? Nur an dich kann ich sie richten, du mit dem sanften Blick, ein Meer, das mich umspülend umarmt und mein inneres Gefüge schier taumeln lässt.

So stehe ich vor dir, ein Meerestaucher, der nackt, entblößt und doch ohne Scham, ein Anderer sein darf. Dies danke ich dir und spreche, mich erinnernd, den Moment unserer ersten Begegnung, von Pfaden geteilter Hoffnungen – unsere Brücke, die seither Tage, Monate, Jahre überdauert, standhielt auch den raueren Zeiten.

Diese Brücke festigen wir heute, veredeln sie mit unserem Geschick, so dass sie uns auch in Zukunft verbinde, jede Seite für sich und doch nicht ohne die Andere, das Geheimnis, das ich Liebe nenne. Anbefohlen ihrem Schutz, dass bekenne ich vor dir, will ich ihr Wächter und Baumeister sein.

Und auch wenn ich bloß ein Mensch bin – auf dein Befinden werde ich hören, deine Glückseligkeit ist meine Herzenssache.

Eine Apologie der Menschenrechte

Seit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom Dezember 1948 haben sich die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen dazu verpflichtet „die allgemeine Achtung und Verwirklichung der Menschenrechte durchzusetzen“. Dieser historisch einmalige Tatbestand, der als gefeierter Akt „das höchste Bestreben der Menschheit“ zum Ausdruck bringt, demaskiert auf eine höchst zynische Weise die wohl größte anzunehmende Lüge im Umgang mit den eigenen Moralvorstellungen, denn kann etwas als durchgesetzt gelten, das in beständigem Maße verletzt und unterminiert wird?

Folglich kann die Formulierung „Verwirklichung der Menschenrechte“ lediglich bedeuten, dass sie irgendwann – in unbestimmter Zeit – verwirklicht und durchgesetzt werden sollen. Aber, und an dieser Stelle drängt sich sogleich die nächste kritische Frage auf, gelten die Menschenrechte nicht schon infolge ihrer Erklärung als CONDITIO HUMANA universell, denn folgt man dem Buchstaben des ersten Artikels, so sind alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Demnach müssen die Menschenrechte sowohl als positive Rechte als auch als von Natur gegebene individuelle Rechte verstanden werden, die von jeder nur möglichen politischen Kraft durchzusetzen und zu schützen sind. Diese Aussage wird jedoch beim Lesen eine gewisse Art der Verstörung und Verwunderung hervorrufen, denn die geschichtliche Erfahrung, die tagtäglich von den Massenmedien aufs Neue erzeugt wird, spricht doch in einer ganz entgegengesetzten Sprache.

Demzufolge müsste man die Menschenrechte auf eine vor Trivialität strotzende Ebene herunterziehen, so dass die Äußerung „Verwirklichung der Menschenrechte“ nur noch bedeuten kann, dass der politisch Inhaftierte, der von einem Regime erniedrigt und körperlich gefoltert wird, beanstanden kann, dass er doch ein Recht habe, wie ein Mensch behandelt zu werden bzw. „Durchsetzung der Grundfreiheiten“ dann heißt, dass dieser, eingepfercht in ein kleines und dunkles Verließ, die Freiheit hat, sich einzubilden, er würde seine geliebte Frau wieder in die Arme schließen? Was wären das aber noch für Rechte und Freiheiten, die zwar jeder Mensch als Individuum besitzt, die er jedoch als einzelnes Individuum nicht durchzusetzen vermag? Trifft man mit dieser Aussage nicht auf eine aporetische Struktur, welche gleichzeitig auf ein praktisches Dilemma hindeutet und welche letztlich die Menschenrechte ad absurdum führt? Leider muss diese Frage eine bejahende Antwort finden; trotzdem vermag sich an dieser Stelle eine apologetische Spur in das Schreiben eingravieren, denn die Menschenrechte sind, gerade weil sie eben nicht individuell durchsetzbar sind, ein Ausdruck eines gemeinsam gefassten politischen Willens, dem gerade dadurch als moralischer Quelle normative Kraft zugesprochen wurde.

Aber, und hier tritt die nächste kritische Spannung hervor, ist dieser politische Wille nicht ein gestörter und geteilter Wille, denn es verhält sich in der Handhabung der Menschenrechte doch alles wie bei einer multiplen Persönlichkeit, die auf der Grundlage eines für gut befundenen Selbst, die anderen Persönlichkeiten von sich heilen will, wobei, wenn es um die Durchsetzung dieses guten Willens geht, zumeist die anderen für schlecht befundenen Persönlichkeiten obsiegen. Ist diese Haltung aber bloß akratisch zu nennen, und damit als allzumenschlich zu kennzeichnen, oder verbirgt sich hinter dieser Haltung eine absichtlich eingesetzte politische Strategie, die es den politischen Akteuren erlaubt, aufgrund ihres zur Schau gestellten guten Willens sich hinter der universellen Geltungskraft der Menschenrechte zu verstecken, so dass ihre verborgenen Absichten freies Geleit bekommen? Jedoch sollte man nicht den guten Willen infrage stellen, obwohl mich manchmal die Frage umtreibt, ob nicht vor allem die Gewährsmänner der sogenannten westlichen Welt die Menschenrechte an jeweils strategisch wichtigen Punkten bloß als Mittel zu ihren eigenen Zwecken einsetzen. Wäre dem aber so der Fall, würde also der höchste Zweck an sich selbst als bloßes Mittel zu strategischen Zwecken missbraucht, so würde sich dieser unterstellte gute Wille als Lüge demaskieren und man müsste letztendlich denjenigen ehrlicher heißen, der die Menschenrechte als nichtexistent betrachtet und der gleichzeitig diese Nichtexistenz durch die Einsicht substituiert, dass de facto alle menschlichen Zivilisationen auf Gewaltanwendungen beruhen, so dass die Würde und Freiheiten nivellierende Gewaltanwendung gegenüber anderen Menschen als legitim anerkannt werden müsste.

Ist es aber diese resignative Ehrlichkeit gegenüber unseren Handlungen, die wir wollen – und nur weil in dem höchsten Bestreben der Menschheit die höchste Vollkommenheit der doppelmoralischen Zunge des Menschen zischt – oder wollen wir zu einer anderen Form der Ehrlichkeit durchdringen, einer Ehrlichkeit gegenüber unseren eigenen moralischen Quellen? Es bedarf also einer vorgelagerten Gewissensentscheidung, denn ansonsten werden die Geschichte und unsere Erfahrung von weiterem Spott über unsere Handlungen berichten. Warum also nicht den Finger erheben, wenn man damit auch auf sich selbst und sein eigenes Verhalten zeigt, denn ohnehin wird jeder Einzelne gefordert sein, in Integrität zu handeln.

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Aber, und hier tritt die nächste kritische Spannung hervor, ist dieser politische Wille nicht ein gestörter und geteilter Wille, denn es verhält sich in der Handhabung der Menschenrechte doch alles wie bei einer multiplen Persönlichkeit, die auf der Grundlage eines für gut befundenen Selbst, die anderen Persönlichkeiten von sich heilen will, wobei, wenn es um die Durchsetzung dieses guten Willens geht, zumeist die anderen für schlecht befundenen Persönlichkeiten obsiegen. Ist diese Haltung aber bloß akratisch zu nennen, und damit als allzumenschlich zu kennzeichnen, oder verbirgt sich hinter dieser Haltung eine absichtlich eingesetzte politische Strategie, die es den politischen Akteuren erlaubt, aufgrund ihres zur Schau gestellten guten Willens sich hinter der universellen Geltungskraft der Menschenrechte zu verstecken, sodass ihre verborgenen Absichten freies Geleit bekommen?

Herr Aussichtslos

Aussichtslos, mein Name, ich bin der direkte Nachkomme der Hoffnung, ihn dürften Sie doch wohl bereits kennengelernt haben, Sie wissen schon, bevor Sie mich kennen lernten und so, ja, jetzt ziehen Sie aber nicht so ein krauses Gesicht, mit mir kommt man auch gut klar, da kann ich Sie beruhigen, andere haben es auch geschafft, es bedarf zwar ein wenig mehr Zeit als mit dem Herrn Hoffnung, dafür kann ich Ihnen aber versichern, dass ich Sie niemals enttäuschen werde, aussichtslos bleibt eben aussichtslos und Treue ist doch ein Geschenk des Himmels. Nehmen Sie es also gelassen, hadern Sie nicht, denn ein paar Jahre noch mit mir aussichtslos zu leben, schadet nicht, bevor, Sie wissen ja, begrenzte Zeit und so.