Drei Gleiche

Es laufen die verwunschenen Träume auf Meilenstiefeln durchs Labyrinth in Jedermanns-Stadt. Zu eng gedrängt der Kopf zwischen Mauern, Bildern und dem Bauch, den man sich füllen muss. So reagiert‘s im Reich des Überfluss, schafft Spaß-Gesellen-Leid und treibt entgegen allen guten Wünschen der eignen Selbstverzerrung bei. Und niemand pocht aufs Träumen wohl, das Laufen zu erlernen.


Zölibat des Lebens auferlegt im Dunst gebrochener Gedanken, vergrößert im Aug des Herren Angst, zur Dankbarkeit getrieben, im Zögern, Hadern, das doch nichts passiert, was Begehren schürt, so die Lust im Bett der Ewigkeit zu liegen und die Freiheit, den Moment zu lieben.


Was rätst du mir, du, der du aus sicherer Entfernung meine Frage hörst, jetzt, wo die Bohlen der verinnerten Zeit längst gebrochen sind und der Gedanke keine Obhut mehr erfährt. Sag es mir, der du schluckst und deine Augen zu Boden senkst, du schamentbranntes Tier, du Zweigesicht, sag mir, weshalb du Mitleid hast?

An Dich

Auf den hohen Hügeln liegt noch etwas Schnee,
doch in den Tälern blühen Schneeglöckchen
und Knospen springen an den Zweigen hervor.

Nur Schmetterlinge fliegen keine,
weil sie alle, nur Deinetwegen,
alle in meinem Bauch flattern!

Gerne möchte ich Dir so vieles,
vieles sagen, vieles fragen,
möchte mit Dir Zeit erleben,
Dich berühren und Dein Lachen spüren.

Aber meist verbieten Sätze mir,
wie „in Besprechung“ oder „Nicht stören!“,
dass ich an Deine Türe klopfe.

So warte ich den ganzen Tag,
dass Du mir schreibst ein liebes Wort;
aber einer vergeht, wieder andere…
nur Schmetterlinge tanzen Deinen Namen.

Stumm suche ich Deine Nähe.
Vielleicht kreuzen sich unsere Wege
im flatternden Licht der Liebe?

Es flüstert der Wind im Rosenbusch sein Lied.
„Nichts ist hoffnungslos, solange man liebt!“
… Doch bald …, wenn der Frühling Blumen
in leuchtenden Farben auf die Erde zaubert,

werde ich mein schweres Herz lenken,
Dich Dulcinea del Toboso taufen und
den Schmetterlingen die Freiheit schenken.

Un ver voulait boire un verre

Penché sur un pommier
dans une pomme bien verte
a habité un ver,
qui voulait boire un verre,
pour se remémorer de la mer.

Mais est-ce que c’est sûr,
que le ver était de la mer?
Son royaume est la pomme sure
penché sur un pommier bien sûr
dont est-t-il farceur de sa terre?

„C’est cruellement nécessaire“
a postulé le ver au bord de la mer
„d’avoir des bonnes mémoires
pour ne pas perdre l’espoir!“
Un ver avec un verre bien tôt:
se non è vero, è ben trovato.

House in the woods (to a friend)

The wind has taken me so long,
digging in a world of colliding stripes,
showing blood on human manners,
all the tears of unknown dead.
I got lost, got fallen apart.

You are raising the sounds of nameless claims,
assembling my straggled pieces to a pair of wings;
they fly, they bear with me,
to set a new direction,
where a stone became a pansy,
an empty sheet transformed into the bluest fairy-wren.

Here with you, down in the woods,
a novel heart was born into the ground,
near the lake, the waterfall,
the beauty we have seen,
you are my house
opening my eyes on shades of love.