Requiem

(In Memoriam Ilse)

Zähl´ keine Stunde mehr!
Die erste Rose schenkt` ich Dir
Rot, vor bald einem Vierteljahrhindert.
Wofür noch zählen die Zeit?

(eher)

Womit denn tragen die Trauer?
Du Schmerzvolle, Allgegenwärtige!
Ich zähl` keine Stunden mehr.
Sie zählen sich von selbst.

Wie Tropfen von Tränen
in Deinen wasserblauen Augen,
oder gar Türkis mit einem Tupfen Weiß.
Ich sah sie fröhlich,

Ich sah sie traurig,
sah sie liebend, jeden Tag…
Jeden Tag, der doch wurde
zu einem Vierteljahrhundert.

Ich lege Orchideenworte leise
auf deinen langen Rosenschlaf
und füge mich, vielleicht gar weise
dem Schicksal, das in Allem wohnt.

Du bist nicht wirklich fern.
Du bist bei mir. Denn sieh!
Auch heute ist eine Rose Dein,
Rot, und auch in Zukunft wird´s so sein.

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A song I sung

Mourning between the lines
In light love laid
And bold panic told,
Bloody by fresh marks
And all these freaking doubts,
The monsters turning in small circles
Like a broken ballerina.

As though you scratched my soundtrack
On a line of wisdom and ancient tales,
Once upon a time
Saint Maria I met,
She saved me with one shot
And this is the song I sung.

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Was bleibt?

Westwärts, ohne Rast,
Meile für Meile ein Stein,
der weiß,
Abends am siebten Tag
stillt sich ein Herz zum verstummten Mahl
in die tränenbeladene Nacht.

Nordwärts, Heimat,
schlaftrunkene Augen auf endlosen Straßen,
durch Verzicht
wird Liebe bekannt,
im dahintreibenden Schiff zwei gläubig hoffende Vermählte,
Gelächter zieht auf.

Südwärts, neuer Horizont,
zurück in die erlaubte Stadt,
ein Herz
zum Aufgang bewegt,
ist es der alten Versandung entschwunden?
Heilt die Zeit diese Wunden?

Ostwärts, Sterne,
die Geschichten sind geschrieben,
erinnere dich
am Jenzig und Fuchsturm der vergrabenen Schätze,
pssst, schlägt es ins nackte Gesicht:
im Kreise nur drehst du dich.

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Farewell

Ein fliehender Hauch die letzte Nacht,
geschwungen die geflügelten Abschiedstöne
aus den Kaskaden der Erinnerung
und des vielen Eins weint schwarze Lilien,
ob des Wirrens des Erliebten.
Was der Hoffende sich erträumte,
das Bild ein Mondlicht
liegt gezeichnet im geblümten Meer
und Wellen der Momente rollen,
wo auch immer das Erfüllte
seine Spuren hinterließ.
Darin nun schimmert
das eine Gut,
ein Stein so weiß,
ein ewig Brennender,
berührte er das einst Geliebte,

ein Schmerz,
der nie vergeht.

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Mutter

Wie oft schon sah ich dich am Himmel strahlen, fein deine Züge, wie auch dein Lächeln über mir und deine Augen wiesen mir den Weg, vorauszugehen mit unbekümmertem Herzen, darauf zu schauen, wie erhaben sich das große Ganze gibt.

Wie Mutter du bist, hast mich aufgezogen, verwandelt, nicht fallen gelassen und als du im Sterben lagst, hast du so tapfer dein Leid ertragen und deine Zweifel, die stets großgeschrieben waren, nie Anderen übertragen.

Und als du des Lebens vom Krebs zerfressen unendlich müde warst, fehlte ich schluchzend in voller Fahrt an deiner Seite und wollt‘ dich doch begleiten beim Hinübergehen.

Und du? So wahr du meine Mutter bist, gehst jetzt an meiner Seite, durch ferne Wälder, über Wiesen, entlang der Buchten und Seen und lehrst mich, du Strahlende, dass ich den Tod nicht fürchten muss.

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Die Krönung

Rollt der Apfel der Zeit hinauf
zur Meeresgischt über dem Hügelkamm
und erlischt das Taglicht bei Nacht,
wie das Wasser über dem Feuer,
dann sind die Zeiten des Königs ein Kindheitstraum
in die windigen Tiefen der geöffneten Iris hinein.
Und wenn dort das Herz ist getragen,
wie eine Möwe über dem Ozean,
dann ist der wahre König dem Kinde nah.

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