Metamorphose

Vergib dem Namen seine Schuld
und streiche über dies Gewand aus zarter Seide.
Es sei dein, wenn du sprichst verdunkelt,
wenn dein Sehnen, die blutende Wunde,
dir deine Seele gekeltert hat.
Du weißt,
wie Träume auf deinen Lippen brennen,
wie die Knospe deinen Leib erweckt
und wenn du glühst, du wandelnder Stern,
bist du der Schweif der Schatten lang.
Du liebst das Blattgrün und die Nacht,
lässt blühend deine Fantasien entlaufen
und bist ganz die Wurzel deiner Saat,
ein Keim der Lust verpuppt ins Raupenkleid.
Ich nehme es dir ab, entkleide dich,
wartend der Unendlichkeit,
durstend nach dem Flügelstaub,
der mich verzaubert, trunken macht.
Sieh die Verwandlung:
vom Hauch des Morgentaus beflügelt,
flatterst du,
erwachtes Antlitz,
ins Herzen einer neuen Welt.

Spiel mit mir!

Zwischen Trümmern erwacht

Sag Du,
in sprachloser Obhut der Iris Wandelnder,
ein Stern der Hoffnung ist Dir nah,
das Licht, Dir Rätsel, ein endloses Meer:
wie konntest Du fliehen,
folgtest Du,
Betrunkener des Augenblicks,
hinab die Stufen zu den Schatten,
umarmender Seelenfeuer.

Du Ertrinkender, Du Entbrannter.


Jetzt Fuchs sein

Lass ab,
mein Herz,
diese Frucht ist nicht für Dich gewachsen.


Für Dich

Ihr Strahlen tanzt durch die geschäftigen Hallen,
in denen nichts klingt außer Einerlei,
ein Mehr, was immer mehr will,
umarmt Sie im Überschwang der schnellen Schritte,
den Wenigsten,
dessen Herz unlängst vom Baum der Zeit gefallen ist.

Sie hebt es für Ihn auf
und flüstert durch die Augen:
„Seltsam, verirrter Wanderer – alles ist okay!“
Dieser Zauber,
den kein Verstand zu fassen vermag,
strömt Licht ins Kaleidoskop der Worte.

Sie ist, was Sie ist,
drum scheine,
lächelnd verwandelt Sie die kalte Flur,
kreist magisch durch die Mitte,
im Herzen rein, liebevoll,
dreht Sie das Haar und singt.

Sie, die schöne Seele, tanzt.

Drei Gleiche

Es laufen die verwunschenen Träume auf Meilenstiefeln durchs Labyrinth in Jedermanns-Stadt. Zu eng gedrängt der Kopf zwischen Mauern, Bildern und dem Bauch, den man sich füllen muss. So reagiert‘s im Reich des Überfluss, schafft Spaß-Gesellen-Leid und treibt entgegen allen guten Wünschen der eignen Selbstverzerrung bei. Und niemand pocht aufs Träumen wohl, das Laufen zu erlernen.


Zölibat des Lebens auferlegt im Dunst gebrochener Gedanken, vergrößert im Aug des Herren Angst, zur Dankbarkeit getrieben, im Zögern, Hadern, das doch nichts passiert, was Begehren schürt, so die Lust im Bett der Ewigkeit zu liegen und die Freiheit, den Moment zu lieben.


Was rätst du mir, du, der du aus sicherer Entfernung meine Frage hörst, jetzt, wo die Bohlen der verinnerten Zeit längst gebrochen sind und der Gedanke keine Obhut mehr erfährt. Sag es mir, der du schluckst und deine Augen zu Boden senkst, du schamentbranntes Tier, du Zweigesicht, sag mir, weshalb du Mitleid hast?

An Dich

Auf den hohen Hügeln liegt noch etwas Schnee,
doch in den Tälern blühen Schneeglöckchen
und Knospen springen an den Zweigen hervor.

Nur Schmetterlinge fliegen keine,
weil sie alle, nur Deinetwegen,
alle in meinem Bauch flattern!

Gerne möchte ich Dir so vieles,
vieles sagen, vieles fragen,
möchte mit Dir Zeit erleben,
Dich berühren und Dein Lachen spüren.

Aber meist verbieten Sätze mir,
wie „in Besprechung“ oder „Nicht stören!“,
dass ich an Deine Türe klopfe.

So warte ich den ganzen Tag,
dass Du mir schreibst ein liebes Wort;
aber einer vergeht, wieder andere…
nur Schmetterlinge tanzen Deinen Namen.

Stumm suche ich Deine Nähe.
Vielleicht kreuzen sich unsere Wege
im flatternden Licht der Liebe?

Es flüstert der Wind im Rosenbusch sein Lied.
„Nichts ist hoffnungslos, solange man liebt!“
… Doch bald …, wenn der Frühling Blumen
in leuchtenden Farben auf die Erde zaubert,

werde ich mein schweres Herz lenken,
Dich Dulcinea del Toboso taufen und
den Schmetterlingen die Freiheit schenken.